„Keine Logs“ — was das technisch wirklich bedeutet und wie man es prüft
Der Satz „Wir führen keine Logs“ steht auf fast jeder VPN-Website — und wird fast nie erklärt. Er kann sehr Unterschiedliches bedeuten: von „wir schreiben wirklich nichts mit“ bis „wir zeigen das nicht in der Oberfläche an, aber auf dem Server wird alles gespeichert“.
Welche Arten von Logs es überhaupt gibt
Man sollte drei verschiedene Datentypen unterscheiden, die man locker „Logs“ nennt:
- Aktivitätslogs — welche Websites und Dienste ein Nutzer besucht hat, über welche Domains und IPs sein Traffic lief. Das ist das Sensibelste, was ein VPN überhaupt sammeln könnte.
- Verbindungslogs — Verbindungszeit, übertragenes Datenvolumen, die IP, von der aus verbunden wurde. Technisch harmloser, kann aber im Abgleich mit externen Daten trotzdem deanonymisieren.
- Kontodaten — E-Mail oder eine andere Login-Kennung, Zahlungsstatus, Ablaufdatum des Abos. Das sind keine „Logs“ im üblichen Sinn — ohne sie kann ein Dienst mit Kundenkonto technisch nicht funktionieren.
Was unser „keine Logs“ wirklich bedeutet
Wir loggen die ersten beiden Kategorien nicht: weder wohin der Traffic ging, noch detaillierte Verbindungsstatistiken. Gespeichert wird nur, was in die dritte Kategorie fällt — Daten, die für den Betrieb des Abos selbst nötig sind (zum Beispiel, wann der bezahlte Zeitraum endet).
Wie man ein Versprechen prüft, statt es einfach zu glauben
Ein ehrliches Zeichen ist eine Datenschutzerklärung, die konkret auflistet, welche Daten gespeichert werden, statt sich mit einer allgemeinen Floskel wie „wir respektieren Ihre Privatsphäre“ zu begnügen. Ein zweites Zeichen ist, ob die tatsächliche technische Konfiguration der Server zur Aussage passt: Wenn ein Anbieter behauptet, keine Traffic-Logs zu führen, auf den Servern aber „zur Sicherheit“ ein ausführliches Proxy-Logging aktiviert ist — dann klaffen Worte und Einstellungen auseinander.
Wir sagen lieber direkt, was genau wir speichern, statt eine schön klingende, aber leere Formulierung zu verwenden.